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Vereinsgeschichte

Auf den Spuren des EHC Nürnberg 1980 e.V. 

Eigentlich waren die “Achtzger” so eine Art Notgeburt. Als nämlich im Frühjahr 1980 für die altehrwürdige SG Nürnberg, nach jahrelangem Siechtum, das endgültige “Aus” kam, war guter Rat teuer. Was sollte aus der Sportart, die alle Eishockeyanhänger heiß und innig liebten werden? In der Versenkung verschwinden?

Nein, dachten sich eine Reihe von besonders Mutigen, gingen kurzerhand ans Werk und hoben ein neues Kind, den “EHC Nürnberg 1980 e.V.” aus der Taufe.

Ehrlicher Sport aus Spaß an der Freud und ohne Bezahlung von Spielern war die Vorgabe.

Und siehe da, die Fans honorierten diesen Kurs und strömten wieder ins “Linde”. Bereits im ersten Jahr des Bestehens lag der Zuschauerschnitt bei über 1.000 Besuchern, hatte man plötzlich am Saisonende ein Sparbuch mit einem 5-stelligen Betrag in Händen. Ein Novum in der Nürnberger Eishockeywelt.

Sportlich ging es in den Folgejahren schneller voran, als man sich eigentlich vorgenommen hatte. Mehrfach wurde der Verein am grünen Tisch nach oben gehievt und fand sich urplötzlich in der Regionalliga wieder. “Ausverkauft” stand nicht selten an den Eingangstoren. Plötzlich galten die “Achtzger” als heißer Favorit auf den Titel eines “Deutschen Regionalliga-Meisters” und wurden als todsicherer Aufsteiger in die Oberliga gehandelt. Aber urplötzlich zeigte die Mannschaft Nerven und im Nu waren die Träume geplatzt.

Und wieder musste der grüne Tisch herhalten, schickte man doch 1983 den “EHC” kurz vor Saisonbeginn, unvorbereitet, in das Fegefeuer der Oberliga. Niederlage reihte sich an Niederlage und man musste das Schlimmste, nämlich den Abstieg, befürchten. Der 29. Januar 1984 war dann aber der Wendepunkt. Eine bereits sicher verlorene Partie gegen den Erzrivalen EV Pegnitz wurde aus dem Feuer gerissen und plötzlich zeigte die Mannschaft Charakter. Der Klassenerhalt wurde schließlich geschafft.

Dann folgten 3 Jahre lang Spitzenplätze in der Oberliga. Nur der angestrebte Aufstieg in die 2. Bundesliga blieb immer wieder Illusion. Doch am 7. Februar 1986 folgte das Highlight der “Achtzger”-Geschichte. Im 2. Finalspiel wurde der Neusser SC mit 7:3 bezwungen. Der EHC Nürnberg 1980 war 6 Jahren nach seiner Geburt “Deutscher Oberliga – Meister”.

Natürlich gehörte der ursprünglich gepflegte “Nulltarif” längst der Vergangenheit an, waren Geld im Spiel, was in den folgenden Jahren zwangsläufig zum Vollprofitum führte. 1987 war es dann wieder einmal soweit, der grüne Tisch war im Spiel, und die “Achtzger” waren von einem Tag auf den anderen in der 2. Bundesliga.

6 Jahre lang gaben die Teams der 2. Bundesliga im Linde ihre Visitenkarte ab, machten die Gastgeber Jahr für Jahr eine gute Figur und waren stets auf den vorderen Tabellenplätzen zu finden. Zweimal klopfte man, allerdings vergebens, an die Tür zur Eliteklasse an.

Dann im Sommer 1994/95 war die “DEL” in den Startlöchern. Vehement kämpften die Macher des “EHC 80” um einen Platz an der Sonne. Und als niemand mehr an das ersehnte Ziel zu denken wagte, schaffte man es doch noch. Nürnberg war in der deutschen Spitzenklasse gelandet. Die Ideen der Geburtshelfer aus dem Jahre 1980 längst vergessen.

Auf und ab ging es in den nächsten Jahren in der Tabelle. Zu schlecht waren die Rahmenbedingungen, um mit den anderen Clubs mithalten zu können. Und 1995 mutierten die Senioren der “Achtzger”. “Nürnberg Ice Tigers” prangte nunmehr auf Plakaten und Trikots.

Was jedoch in der Spielzeit Saison 1998/99 in Nürnberg von statten ging, grenzte an ein Märchen. Platz 1 nach der Doppelrunde und im unvergesslichen Finale gegen die Mannheim Adler knapp geschlagen. Die Nürnberg Ice Tigers waren Deutscher Vizemeister. Die Fans standen Kopf. Das Linde glich in diesen Tagen einem Tollhaus.

Was aber war in dieser Zeit aus dem eigentlichen “EHC 80” geworden ?

Die Förderung des Nachwuchses hatte man sich inzwischen auf die Fahne geschrieben. Nahezu 300 begeisterungsfähige Jugendliche und Kinder drängten sich im alten Linde, fanden kaum Platz zum Training. Und dennoch machte sich die Knochenarbeit von Trainern, Betreuern und Eltern bezahlt. Jahr für Jahr profilierten sich die Youngsters und kletterten auf der Erfolgsleiter nach oben. Hauptamtliche Trainer bestimmten das Geschehen und brachten ihre Ideen und ihr Fachwissen ein. Plötzlich tauchten Talente in Auswahlmannschaften auf, wurden sogar in die Nachwuchsnationalmannschaft berufen.

Die ” Achtzger” wurden plötzlich auch südlich der Donau wahrgenommen und anerkannt, ein Novum in der Szene.

Schließlich stand ab Februar 2000 die langersehnte und erträumte neue Heimstätte zur Verfügung, die ARENA NÜRNBERGER VERSICHERUNG. Jetzt kann gezielt geschult werden, hat jede Altersklasse Platz zum üben und muss sich nicht mit 40 anderen Jungs, wie in der Vergangenheit im Linde an der Tagesordnung, die Eisfläche oder gar nur die Hälfte davon, teilen.

Da aber Nachwuchsarbeit im Eishockey Geld kostet, und das nicht wenig, sind die Verantwortlichen ständig auf der Suche nach Geldquellen und Unterstützung jeder Art.

Und eines hat man wieder aus der Schublade hervorgeholt: den Nulltarif, wie damals dem EHC 80 in die Wiege gelegt. Wer beim “EHC 80” Eishockey spielt, kann zwar Siege und Meisterschaften erringen, nur ein Salär wird er für seine Mühen nicht erhalten. Hier sind echte Amateure am Werk und das ist auch gut so. Wenn erst einmal Geld ins Gespräch kommt, führt der Weg in eine Richtung, die eigentlich schon 1980 keiner wollte. Zweimal muss man den gleichen Weg nicht gehen. Eine Profimannschaft in Nürnberg reicht allemal.

Eishockey ist noch immer eine rasante Sportart und Kameradschaft gedeiht ohne Geld am besten.

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